Eindrücke aus Deutschland…

bundestag-sharif.jpg

Ein spannender Tag für meinen afghanischen Freund und auch ein Tag voller Gegensätze: die “Anti-Afghanistan-Demo” vor dem Brandenburger Tor in Berlin - eine Demonstration gegen den Bundeswehr Einsatz am Hindukusch - organisiert von DIE LINKE, verschiedenen Friedensbündnissen und anderen Bundeswehrgegnern. Ein afghanischer Journalist, das erste mal in Deutschland, das erste mal überhaupt im Ausland. Nun vor dem Reichstag, in dem am 17. Oktober über die Mandatsverlängerung des Bundeswehreinsatzes am Hindukusch abgestimmt wird. “Das ist ein komisches Gefühl”, sagt Sharif. “Ich habe noch nie eine Demo erlebt, für mich eine ganz neue Erfahrung - ich bin gespannt wie sich das anfühlt.”

sharif_bundeswehr_raus.jpg

nato_raus.jpg

Irgendwie tue sein Herz weh, wenn er diese Plakate sieht, meint Sharif: “Weißt Du Boris, im Grunde genommen wäre es ein großer Fehler, wenn ihr eure Soldaten abzöget, dann hätten wir weniger Sicherheit in Afghanistan und weniger Hoffnung auf eine bessere  Zukunft.” Sharif ist irritiert, wirkt nachdenklich als wir vom Brandenburger Tor zum Gendarmenmarkt gehen und den Demonstrationszug begleiten. Immer wieder bittet er mich, ihm die Plakate zu übersetzen, er spricht mit einigen Demonstranten, will wissen, warum sie dagegen sind, dass deutsche Soldaten den Afghanen beim Wiederaufbau helfen. Doch die Antworten und Meinungen, die er zu hören bekommt, können ihn nicht überzeugen. “Ich bin dankbar, dass es die internationale Gemeinschaft gibt und sich in unserem Land engagiert.” Alle paar Meter bleibt Sharif stehen und filmt die Demonstranten mit seiner kleinen Digitalkamera. “Ich muss das meinen Freunden zeigen”, sagt er und verschwindet wieder im Zug der Demonstranten.

kamera.jpg

Kurz darauf entdecke ich Winfried Nachtwei von den GRÜNEN (Mitglied des verteidigungspolitischen Ausschusses des Bundestages) und Hans-Christian Ströbele (stellvertretender Fraktionsvorsitzender).  Zwei grüne Politiker, die sich, was den Afghanistaneinsatz angeht, nicht unterschiedlicher in ihren Meinungen sein können. Nachtwei dafür, Ströbele dagegen. Und beide treffen sich zufällig auf der Demo. Der eine, weil er sich interessiert, was die ca. 2500 Demonstranten zu sagen haben, der andere, weil er sie unterstützt.

grune.jpg

Sharif nutzt die Gunst der Stunde und unterhält sich mit beiden Politikern, schildert ihnen die Situation in seiner Heimat. Für ihn als Journalist eine spannende Möglichkeit, sich ein eigenes Bild über eine gesellschaftspolitische Debatte in Deutschland zu machen. Beide Politiker erklären ihm, dass die Mandatsverlängerung im Bundestag für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan poitiv beschieden würde, da die große Koalition ja die Mehrheit im Parlament habe. Sharif lächelt erleichtert. Wenig später sehe ich ihn aber nur noch mit einem von beiden - ein Bild das irgendwie Bände spricht:

sharif_nachtwei.jpg

soldatenrausaus-afg.jpg

demo.jpg

“Vor dieser Demo war ich noch ein wenig aufgeregt”, meint Sharif. Positiv überrascht sei er darüber gewesen wie friedlich diese Veranstaltung doch war. “Und vorallem, dass die Menschen hier ihre Meinung in der Öffentlichkeit kund tun können, ohne Angst haben zu müssen.” Plötzlich strahlen seine Augen wieder, die vorher noch irgendwie traurig aussahen - zumindest wirkte das so auf mich - und sagt: “Jetzt habe ich das erste mal gefühlt, wie Demokratie gelebt wird, wie sie sich anfühlt und was sie bedeutet.” Insofern sähe er auch etwas positives in dieserDemo. “Ich konnte die Demokratie förmlich riechen und schmecken und das ist gut.”

Während einer Kaffeepause entdecke ich Elke Hoff von der FDP (stellvertretende Vorsitzende des verteidigungspolitischen Ausschusses), die ich auf einem meiner Afghanistan-Vorträge in Koblenz kennengelernt hatte. Sofort stelle ich sie Sharif vor und die beiden vertiefen sich in ein Gespräch über Afghanistan. Nach zehn Minuten erzählt er mir stolz, was er von ihr erfahren hat: “Ich habe den Eindruck, dass Afghanistan ein Wahlkampfthema für eure nächste Bundestagswahl wird.” Denn nicht nur Elke Hoff, sondern auch Winfried Nachtwei und Hans-Christian Ströbele hätte ihm erzählt, dass es nun endlich an der Zeit sei, den Afghanistaneinsatz mehr in den Focus der Öffentlichkeit zu bringen - man könne ihn im Wahlkampf nicht verschweigen.

sharif_hoff.jpg

Dieser Post eine kurze Zusammenfassung des heutigen Tages in Berlin. Ich werde in den nächsten Tagen noch weitere Geschichten über Sharifs persönliche Eindrücke in Deutschland hochladen. Nach zwei langen Drehtagen sind wir beide ziemlich groggy. Sharif sitzt derzeit mit seinen pakistanischen Seminarkollegen zusammen und diskutiert den Anschlag auf ein Hotel in Islamabad. Einen kurzen Film über die heutige Demo in Berlin sehen Sie hier. Aufgrund vieler aktueller anderer Ereignisse haben wir in einer kurzen Sendung heute leider keinen Platz gefunden. Doch das holen wir noch nach. Auf jeden Fall - wenn unsere Dreharbeiten abgeschlossen sind - werde ich unsere gemeinsamen Erlebnisse, während Sharifs Deutschland-Aufenthalt, in einer PHOENIX Doku zusammenfassen.

29 Kommentare zu “Eindrücke aus Deutschland…”

  1. Oli

    Super! Freu mich auf die Doku. Was Herrn Nachtwei angeht, so habe ich über Geopowers erfahren, dass er einen interessanten “Reisebericht” auf seiner Homepage anbietet. Das ganze ist wirklich interessant, zeigt es doch einen wirklich detaillierten Einblick in die gesamte Operation.

    Anschauen kann man es sich hier.

  2. Helga D.

    Herr Sharif hat zum ersten Mal erlebt, wie sich Demokratie anfühlt – er empfindet es scheinbar wie „Luxus“, frei seine Meinung zu äußern, sich für etwas einzusetzen, ohne dafür bestraft oder gar getötet zu werden.
    Unabhängig davon, ob es seiner persönlichen Einstellung entspricht oder evtl. gar dem Aufbau seines Heimatlandes entgegensteht.
    Für uns ist diese Freiheit, die unsere Demokratie uns bietet, zu selbstverständlich geworden, wir sind nicht mehr bereit, uns dafür einzusetzen – wir sind, wie in vielen anderen Dingen, zu „satt.“
    Aber Frieden und Demokratie sind nicht nur Nehmen, sondern auch Geben. Das sollten wir uns wieder einmal bewusst machen und uns auch dafür einsetzen, Möglichkeiten gibt es genug.

    Und zur Demo selbst: Haben uns wieder einmal die aktuellen Ereignisse in Islamabad vor Augen geführt, dass die internationale Gemeinschaft etwas gegen den stetig zunehmenden Terrorismus in aller Welt tun muss - das geht nicht nur mit NGO´s, die ganz hervorragende Arbeit leisten. Terrorismus muss daneben bzw. vorrangig mit militärischen Mitteln bekämpft werden - eben auch mit der deutschen Bundeswehr.
    Helga D.

  3. Sebastian

    Bei fdog.org gibt es noch ein weiteres Video der Demonstration.

    http://blog.fdog.org/2008/09/20/weekend-warrior-382008-mit-video

  4. Gisela L.

    Lieber Herr Barschow,

    …es ist erschreckend, wie viele Kommunisten noch immer in unserer Demokratie leben.
    Wir müssen schon sehr aufpassen, dass wir nicht eines Tages unterwandert werden , von Herrn wie den Bossen ” der Linken. ”
    Demokratie ist ein sehr ” kostbares Gut ” , gehen wir nicht zu schlampig damit um. Gute und halbare Freundschaften , verstehen sich auch durch ein Geben und Nehmen.
    Hoffentlich kann Herr Sharif alles gut verarbeiten, was er, in der erst so kurzen Zeit , alles erlebt hat. Er sagt: … er konnte die Demokratie förmlich riechen und schmecken, und das ist gut so !
    Sollten wir vielleicht von ihm lernen, das eines Tages auch wieder so zu erleben ? Was müssen diese Tage bei Herrn Sharif für ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst haben !?
    Wenn sich bewahrheitet, dass Afghanistan auch ein Wahlkampfthema werden sollte, bin ich auf die Reaktion unserer Frau Bundeskanzlerin gespannt. Bis jetzt hat sie sich über Afghanistan sehr spaerlich geaeussert . - Das Bild von Herrn Sharif mit Herrn Nachtwei, ist für mich nur allzu verstaendlich. Ja, es spricht auch Baende.
    Und dann zum Abschluss eines langen Tages sitzt er noch mit Seminar-
    Kollegen zusammen und diskutiert den Anschlag in Pakistan !
    So schnell kann einem die “Realitaet ” wieder einholen.
    Terrorrismus muss, in der ganzen Welt, mit alles grösster Haerte beantwortet werden.

    Beste Grüsse
    Gisela L.

  5. trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

    6000 in Stuttgart gegen Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan…

    Heute nahmen mehr als 6.000 Menschen an der Demonstration in Stuttgart und über 10000 in Berlin gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan teil. Im Oktober entscheidet der Bundestag über die weitere Beteiligung der Bundeswehr an d…

  6. Gisela L.

    @ trueten.de
    ” Willkommen in unserem Blog ”

    Nein, danke ich brauche Ihren Blog nicht.
    Lesen Sie in “diesem Blog ” die , ” Eindrücke eines Afghanen ” !
    Dann wissen Sie , wie diese Menschen über den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan denken.

    Gisela L.

  7. Dirk Hamel

    Die Demonstrations-Teilnehmer-Zahlen stimmen doch gar nicht

  8. Thomas Mitsch

    Gravierend ist, dass in den westlichen Medien trotz der Faktenlage nach wie vor die Darstellung dominiert, der Krieg diene dem Wiederaufbau. Genau das Gegenteil ist der Fall. Das Militär zieht sein Nutzen aus zivilen Projekten, da es mit ihnen die Besatzung öffentlich rechtfertigt. Tatsächlich humanitäre Projekte aber, die soziale Zwecke verfolgen und nicht nur imperialistischen Interessen westlicher Konzerne, werden in ihrer Arbeit durch die Militäreinsätze immer weiter gefährdet und eingeschränkt. Nelke Manders, ehemalige Projektleiterin von “Ärzte ohne Grenzen“ drückte sich folgendermaßen aus: Die bewusste Vermischung von humanitärer Hilfe mit militärischen Zielen zerstört den eigentlichen Sinn der humanitären Hilfe. Dies wird letztlich nur dazu führen, dass dringend benötigte Hilfe denjenigen versagt bleiben wird, die sie am dringendsten brauchen. Gleichzeitig werden diejenigen, die Hilfe bereitstellen zur Zielscheibe. Wie die Caritas schreibt, ist die Hälfte der gesamten Entwicklungszahlungen an Afghanistan an Bedingungen gebunden, nach denen importierte Arbeitskräfte und Güter genutzt werden müssen - zumeist des jeweiligen Geberlandes. Ein beträchtlicher Teil der Entwicklungshilfe fließt also zurück an die wohlhabenden Länder des Westens. Der Krieg hat bislang nach vorsichtigen Schätzungen 96 Mrd. Euro gekostet. Das sind etwa 3000 Euro pro Einwohner. Das jährliche Bruttoinlandsprodukt liegt bei 228 Euro pro Kopf. Es ist leicht vorstellbar, in welchem Ausmaß der Wiederaufbau Afghanistans hätte gefördert werden können, wenn die Ausgaben tatsächlich im Interesse der Bevölkerung getätigt worden wären. Weil die Investitionen nicht der Bevölkerung zugute kommen, sondern zur weiteren Ausplünderung des Landes führen, befindet sich die Bevölkerung in einer dramatischen Lebenssituation: Über 70 Prozent der Menschen in Afghanistan insbesondere im Süden sind chronisch unterernährt, ein Viertel hat keinen Zugang zu Trinkwasser, nur zehn Prozent verfügen über elektrischen Strom. Afghanistan wird heute als das viertärmste Lande der Welt im UN-Armutsindex geführt.

  9. Boris Barschow

    Hallo Herr Mitsch,

    Sie sind bisher nach Guido Westerwelle der zweite Politiker, der sich hier einmischt. Danke. Ich habe Ihren Geschäftsführer Herrn Bartsch gestern nach einem langen Interview gefragt, ob er schon mal in AFG war. Seine Antwort war “Nein”, aber er wolle dort bald mal hin. Werden Sie auch mal nach AFG reisen oder waren Sie schon einmal dort?

    Mit freundlichen Grüßen

    Boris Barschow

  10. Wachtmeister

    Im Umfeld von “Die Linke” glauben viele Menschen, dass der NATO-Einsatz mit ähnlichen Mitteln geführt werde wie der von “Die Linke” vor ihrer Umbenennung mitgetragene und mitverantwortete sowjetische Krieg gegen die afghanische Bevölkerung in den 80er Jahren, dem rund eine Mio. Afghanen zum Opfer fielen. Man kann die Kritik der Linken an der NATO wenigstens als Ausdruck indirekter Scham angesichts der eigenen Verantwortung deuten, was ich prinzipiell für anerkennenswert halte. Dennoch wäre es konsequenter, sich ohne die Projektion auf die NATO mit der Vergangenheit der eigenen Partei auseinanderzusetzen. Dies nur als Anregung für den Abgeordneten Mitsch.

    Der Einsatz der NATO in Afghanistan ist nicht mit dem brutalen Vorgehen der UdSSR vergleichbar. Wenn man sich die realen Verbesserungen in Afghanistan in den von der Regierung kontrollierten Gebieten anschaut (insbesondere der massive Rückgang der Kindersterblichkeit, Rückkehr von Mio. Flüchtlingen etc.), dann erkennt man trotz aller verbliebenen Defizite, dass der Einsatz der NATO den Menschen dort dient. Sachlicher Kritik sollte es darum gehen, die verbliebenen Defizite auszuräumen, anstatt den ganzen Einsatz mit Agitprop-Phrasen zu diskreditieren.

    Worum es der Linken wirklich geht, kann man hier nachlesen:
    http://marx21.de/content/view/522/32/
    Man wünscht sich einen Sieg der Aufständischen, weil man gegen die NATO ist. Ich behaupte: Der Linken sind die Menschen in Afghanistan (wieder einmal) völlig gleichgültig. Man sieht in ihnen nur Kanonenfutter, mit dem man das Trauma des Untergangs des Warschauer Pakts bewältigen will.

  11. Carsten

    Lieber Thomas Trueten,

    Ihre Zahl von 6000 Teilnehmern ist weit übertrieben. Ich war auf der Demo in Stuttgart und habe nicht mehr als 500 Personen gesehen. Leider passt diese Aussage sehr gut zu den Inhalten, welche auf der Demo verbreitet wurden. Ich möchte meinen Eindruck anhand des Demoaufrufs kurz darstellen. Der gesamte Aufruf ist nachzulesen unter: http://www.afghanistandemo.de

    Schon im ersten Absatz argumentieren die „Unterstützer der Demonstration“ mit Falschaussagen, wie zum Beispiel: „Die Alphabetisierungsrate ist seit dem Einmarsch gesunken.“ Fakt ist jedoch, im Jahre 2001 gingen etwa 900.000 Jungen in Afghanistan zur Schule. Nach eine Studie von Unicef besuchen im Jahr 2006 bereits 5,1 Millionen Kinder die Schule, 1,5 Millionen davon wareb Mädchen. Zwei Sätze Später: „Täglich sterben in Afghanistan 600 Kinder unter fünf Jahren. Alle 29 Minuten stirbt eine Frau bei der Geburt ihres Kindes. Die durchschnittliche Lebenserwartung ging zurück.“ Auch diese Aussage ist sachlich falsch. Nach einer Studie der Universität Hopkins ist die Kindersterblichkeit in Afghanistan in den letzten 5 Jahren um 25% zurückgegangen. Im Jahre 2001 hatten 8% der Menschen Zugang zur medizinischen Versorgung, heute sind es etwa 80%.

    Leider wurden auf der Demo am Samstag unzählige solcher Falschaussagen als Begründung für eine Kritik vorgebracht. Sie hatten oft wenig mit der Realität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan zu tun und leider noch weniger mit dem Leben der Afghanen selbst. Vielmehr schien es mir, als benutzten viele Teilnehmer das Thema, um ihre politische Ideologie zu proklamieren. Es hat mich sehr enttäuscht die Kritik auf diesem polemischen, sachlich fehlerhaften und ideologisierten Niveau zu sehen. Die Demonstration in Stuttgart hat damit der Diskussionen über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan leider keine konstruktive Kritik beigetragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Carsten U.

  12. Gisela L.

    ” Die Linke ” fordert die Auflösung der ” Nato, ” …….,….. um damit den Menschen in Afghanisten eine Perspektiver zu geben !!!
    Was für eine Perspektive, würde mich interessieren ?
    Das die Taliban sich wieder ausbreiten, wie Heuschrecken über das ganze Land ? Das die Menschen wieder geknechtet werden, - wahllos getötet werden dürfen von den Taliban , ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden ?! Die Frauen nur noch unter der Burka das Haus verlassen dürfen !? Keine Chancen auf Bildung haben, - den Maennern total ausgeliefert sind ? ! Die Kinder keine Schulen besuchen dürfen ?!
    Die Kritik an der ” Nato ” dient den ” Linken ” doch nur dafür, dass die Kommunisten in diesem Land gescheitert sind. Wenn sie innerhalb ihrer Partei damit nicht klar kommen , sollten sie kraeftig in ihren eigenen Reihen kehren, und sich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen, bevor sie derartige Forderungen stellen.
    Und mit dieser Partei möchte Frau Ypsilanti in Hessen regieren.
    Wenn diese Partei erstmal eine Plattform in der Regierung hat ……..
    Man traut sich gar nicht weiter zu denken.
    Ansonsten möchte ich mich dem letzten Absatz von Hernn/Frau Wachtmeister anschliessen. Danke.

    Gisela L.

  13. Didirei

    Wie wäre es, wenn man mal bei den Tatsachen bliebe. Die Sowjetunion hat auf Bitten der damaligen afghanischen Regierung in den Kampf gegen die Taliban eingegriffen. Darauf hin hat die westliche Welt-an Ihrer Spitze die USA- die Taliban mit Waffen und auch ideologisch unterstützt. Die Sowjetunion hatte damals also die gleichen Ziele, wie heute die Nato. Nur das eine Mal war es schlecht, und heute ist es gut! Verdammte Heuchelei. Wo hat Herr Sharif eigentlich einen Kollegen aus der afghanischen Opposition gelassen. Sitzt der vielleicht in einen afghanischen Gefängnis, weil er die korrupte afghanische Regierung unter Karsai kritisiert hat, die weiter nichts ist, als eine Marionettenregierung von USA und Nato Gnaden.
    Gisela.L wollen Sie Schuld sein, wenn die Hirne deutscher Soldaten am Hindukusch verspritzt werden, wenn ihre Gedärme aus den Leibern gerissen werden und Arme und Beine bis zur Unkenntlichkeit zermalmt werden? Wenn die Linken und andere Gegner von Angriffskriegen auch nicht immer recht haben mögen - hier aber bestimmt. Die Nato hat am Hindukusch und auch am Schwarzen Meer nichts zu suchen! Das sagt Ihnen ein 68 jähriger Rentner, der alle verlogenen Politiker zum Teufel wüncht.

  14. Didirei

    Für mich ist nicht nur erschreckend, sondern sogar schockierend, das jemand der von “unserer Demokratie” schreibt, es als “erschreckend” bezeichnet, daß in dieser “Demokratie” auch noch politisch Andersdenkende, nämlich Kommunisten leben. Ja, tatsächlich und Gott sei Dank, sie leben noch hier. Genau so, wie die Nazis, denen es nicht gelungen ist, alle Kommunisten aufzuhängen oder zu vergasen! Denn die Kommunisten waren es, die an vorderster Front gegen die Nazis kämpften, und letztlich am Aufbau einer Deutschen Demokratie, wenn es sie denn gibt, wesentlich beteiligt waren. Dafür wurden sie allerdings von den alten Nazis unter Adenauer verboten. Feine Demokratie, oder? Übrigens, für mich persönlich gab es in Deutschland noch nie eine Demokratie, gibt es keine Demokratie und- wird es in absehbarer Zeit auch keine!

  15. Wachtmeister

    @Didirei
    Nazis und Kommunisten haben selbstverständlich das Recht, in unserer Demokratie zu leben, aber machen Sie sich doch nichts vor: Deutschland ist nur deshalb eine Demokratie, weil politische Extremisten glücklicherweise eine Minderheit sind. Wenn Deutschland eine Demokratie bleiben soll, müssen Extremisten dauerhaft in der Minderheitenposition gehalten werden, was m.E. am besten durch offensive weltanschauliche Auseinandersetzung mit deren verqueren Ideen zu realisieren ist.

  16. Helga D.

    Glücklicherweise weiß die Mehrheit der Deutschen unsere Demokratie zu schätzen: Unter allen schlechten Staatsformen ist die Demokratie immer noch die Beste! Und Bestandteil unserer Demokratie ist unser Grundgesetz - und auch die Bundeswehr ist ein Teil eben dieses. Die, die jetzt die Bundeswehr im Grundsatz ablehnen, werden die sein, die als erstes nach ihr rufen, eines fernen Tages, wenn auch in unserem Land wieder Bomben fallen, Sprengsätze detonieren, wir und unsere Kinder heimtückisch getötet werden… unser Frieden und unsere Freiheit sind nicht selbstverständlich, dass scheinen wohl einige noch nicht begriffen zu haben, selbst die nicht, die es besser wissen müssten, da sie schon andere Zeiten erlebt haben. Ging es ihnen da besser, konnten sie jemals so ohne Angst leben?

    Es gibt genügend Länder, in denen eine andere Staatsform herrscht - wer diese besser findet, muss sich keinen Zwang antun, er hat die Wahl, wir werden Sie nicht halten - aber lassen Sie uns unser Land so, wie die Mehrheit des Volkes es wünscht und wählt.

    Gut für manchen Kommentator: Selbstverständlich haben wir in unserer Demokratie freie Meinungsäußerung und das ist gut so - in anderen Staatsformen ist dies nicht selbstverständlich, manch ein Kommentator säße wahrscheinlich zukünftig nicht mehr vor seinem PC und könnte mit seiner “drastischen Aussprache” und seinem “ungepflegtem Umgangston” herumpolarisieren. Dabei wundert es mich übrigens überhaupt nicht, dass einige dieser Herrschaften mit unserer Demokratie nicht zurechtkommen - wie man in den Wald hineinruft… Und dies hat ausnahmsweise mal nichts mit Demokratie zu tun, sondern mit Anstand und guter Erziehung - und diese gibt es auf verschieden gelebte Weise in allen Ländern dieser Erde.

    Helga D.

  17. Didirei

    @Helga D.
    Ich bewundere Menschen mit scheinbar hellseherischen Eigenschaften. Zum Glück hatten die bisher immer Unrecht. Oder sehnen Sie sich wirklich nach einem Krieg? Manch einer hat sich schon mit einem gepflegten Umgangston auf die Schlachtbank führen lassen! Deshalb muß auch mit plastischer Ausdrucksweise gegen jede Art Ermordung von Menschen angekämpft werden. Oder ist es etwa kein Mord, wenn unschuldige Zivilisten: Männer, Frauen und Kinder heimtückisch auf einer Hochzeitsfeier oder auf ihren Weg in die Stadt ermordet werden. Jeder der für die Verlängerung des Mandates der Bundeswehr stimmt, stimmt für die Verlängerung eines völkerrechtwidrigen Angriff-Krieges und für die Ermordung unzähliger Menschen! Die Bundeswehr ist eine Verteidiguns-Armee, die in einem Angriffs-Krieg nichts zu suchen hat. Sie hat Deutschland im Falle eines Angriffs von Außen von Deutschland aus zu verteidigen.

  18. redblog.twoday.net

    Krieg aus humanitären Gründen oder: Wer sind die Menschenfreunde?…

    2000, 3000, 4000, 5000, 6000 oder letztlich doch nur 500 Teilnehmer bei der Demonstration gegen die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr in Stuttgart? Diese von mir hier verwendete Zahl wurde auf der Demonstration bekanntgegeben. U…

  19. Mario

    Nach den Human Development Reports des UNDP, die allgemein und international in solchen Fällen als zuverlässigste Quelle geführt werden, stimmt sowohl die zurückgehende Alphabetisierung, als auch die hohe Kindersterblichkeit.
    http://hdr.undp.org/en/reports/nationalreports/asiathepacific/afghanistan/nhdr2007.pdf
    http://www.caritas-international.de/hilfsprojekte/asien/afghanistan-aufbauhilfe_im_hazarajat/positionspapier_zur_nothilfe_in_afghanistan/49445.html

    Sowohl die Thinktanks des US-Militärs als auch deutsche Entwicklungsforscher und sogar Spitzenbeamte der deutschen Außenpolitik räumen ein, dass die Taliban dank der Ausländischen Besatzung ihre Macht festigen konnten. Sie konnten sich über die Warlords stellen, die ansonsten tendenziell Partikularinteressen verfolgen, und diese vereinen. Zur Zeit des Angriffs 2001 hatten sich die Warlords hingegen begonnen, gegen die Taliban zu verbünden.
    http://www.rand.org/pubs/conf_proceedings/2008/RAND_CF238.pdf

    Ich hoffe, einige von denen, die es hier meinen besser zu wissen, können Englisch und bringen die Energie auf, diese Quellen auch mal zu studieren. Wer sich als Quellen nur auf die Pressemitteilungen der Bundesregierung beschränkt, wird in Fragen von Krieg und Frieden wohl auch stets deren Position einnehmen müssen. Propaganda gehört zum Krieg, v.a. weil dort Menschen sterben - durch den Beschluss der Regierung.

    Mit besten Grüßen

  20. Helga D.

    @Didirei

    Sie werden mir wohl abnehmen, dass eine Mutter froh ist, ihren Sohn lieber in der heimischen Kaserne zu wissen als über fünf Monate lang in Angst zu leben, weil er sich in Afghanistan befindet.

    Meine und die Familie meines Mannes haben Krieg (mein Vater war 17 Jahre alt, als er in den Krieg „gezwungen“ wurde) sowie Flucht/Vertreibung erlebt – dass wir n i e wieder Krieg miterleben wollen, können Sie mir glauben.

    Unsere Eltern haben uns aber auch in dem Bewusstsein erzogen, dass wir mit Verantwortung dafür tragen, dass sich diese Dinge nicht wiederholen, und auch Achtung und Respekt den Menschen jedweder Religion und Rasse entgegenbringen, im Übrigen allen Lebewesen gegenüber.

    Und jeder, der einmal seine Heimat verloren hat, weiß auch, dass es sich lohnt, sich für sein Land einzusetzen – dies naturgemäß lieber mit friedlichen Aktivitäten, denn mit militärischen. Aber man darf sich auch nicht selbstgefällig darauf verlassen, dass der Frieden in Deutschland oder in Europa für alle Zeit so bleibt wie es aktuell ist – ich „hellsehe“ hier nicht, sondern ich warne davor!
    Auch deshalb ist mein Sohn Soldat geworden und wir stehen hinter ihm und seinen Kameraden – egal welcher Nationalität!

    Und wie mit den Soldaten ist es auch mit der Polizei: Würden wir uns alle an die Gesetze halten, nicht mehr zu schnell und/oder alkoholisiert fahren, nicht des anderen Hab und Gut stehlen, aus Gier oder Eifersucht töten, unsere Kinder misshandeln und vernachlässigen – dann bräuchten wir keine Polizisten mehr und auch keine Richter – mit diesen Millionen könnten wir eine Menge Hunger auf der Welt stillen und Brunnen bauen. Aber leider sind wir Menschen eben so wie wir sind …
    Helga D.

  21. Gisela L.

    @ Didirei
    Ich spreche niemanden eine Meinungsfreiheit ab : - weder Kommunisten , - noch den von Ihnen ins Gespraech geworfenen Nazis ! Gott sei Dank , sind das nur Minderheiten.
    Somit muss es auch mir gestattet sein, meine Meinung zu aeussern !
    Das ist ” Demokratie ” !
    Ja, - es ist erschreckend , und macht mir auch ein wenig Angst. Ganz besonders schockierend finde ich es, wenn ich von einem 68 jaehrigen Rentner solche Kommentare lesen muss, der ja wohl einen Krieg erlebt hat. Aber das ist ” Demokratie ” !
    Ich versuche Ihre Meinung erst gar nicht zuverstehen, das würde mir unendlich schwer faellt, zumal ich Ihre Sprache als sehr unpassend empfinde, und meineserachtens einem Herrn von fast 70 Jahren auch nicht würdig ist .
    Aber auch das ist ” Demokratie ” !
    Niemand muss in einer Demokratie leben. Der Globus ist unendlich, - nur - es wird mit der Zeit ein bischen schwierig, eine andere Staatsform zu finden.

    Gisela L.

  22. Gisela L.

    @ alle
    Wir alle hier, die schon laenger dabei sind , mit unseren Kommentaren, sollten uns vielleicht mal erinnern , für was unser Herr Barschow das blog eigentlich eingerichtet hat :
    Für die notleidenden Menschen in dem geschundenen Afghanisten. Dass wir helfen , in diesem Land, den Menschen wieder Hoffnung zu geben, das sie wissen, das von aussen Hilfe zu erwarten ist , das ihre Kinder wieder Schulen besuchen können, und und und………
    Leider ist das ein wenig, - oder gar schon zu viel , - ins Abseits gerutscht.
    Dafür diskutieren wir hier über Demokratie , ( muss ja auch mal sein ) bieten aber gleichzeitig Parteien jeglicher Couleur eine Platform , um sich hier auszutauschen, und zu finden. Das war , und ist sicher nicht im Sinne des Erfinders. Da gibt es die einschlaegigen blogs dafür.
    Haben wir dann, durch Herrn Baeschow, das Glück einem Afghanen zu begegnen, wie Herrn Sharif, - der erstens viel zu erzaehlen hat, und das authentisch, -z weitens nur für ein Stipendium , sich in Deutschland aufhaelt, - und drittens ,wieder in sein Land zurückkehrt, sobald das Stipendium beendet ist, - dann wird dieser in diesem blog auch noch mit Kübel voll Gehaessigkeiten überschüttet. Willkommemn in Deutschland !
    Gewisse Leute sollten sich, wenn sie sich dem Tenor dieses blogs nicht
    anpassen wollen / können , vielleicht überlegen , ob sie sich nicht ein anderes Betaetigungsfeld suchen sollten.
    Ich hoffe nur, dass meine Aeusserungen , die langjaehrigen Blogger ,
    nicht verletzt haben. Hin und wider muss man einfach mal Dampf
    ablassen. Denn manches was man hier zu lesen bekommt, ist einfach nicht zu ertragen.

    Gisela L.

    Gisela L.

  23. Didirei

    Als Überschrift steht, wenn ich richtig gelesen habe:”Phoenix Afghanistan-Blog” und ich habe weiter nichts getan, als meine Meinung über Afghanistan und den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu sagen. Wenn manchen Bloggern diese Meinung nicht gefällt, dann ist das Ihre Sache. Damit sie aber etwas zum Nachdenken haben, während sie weiter in ihren Blütenträumen schwelgen, und sie ihrem lieben Herrn Barschow nach dem Munde reden, füge ich hier den Text einer deutschen Nationalhymne ein, den ich selbst 40 Jahre lang gesungen habe, und von deren Worten ich 100% überzeugt war, und heute noch bin.Die von einem hervorragenden deutschen Dichter stammt, und einem eben so erfolgreichen und weltweit anerkannten Komponisten. Ihre Namen: Johannes R. Becher (1891-1958) und Hans Eisler(1898-1962).
    Hier ist der Text :

    Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
    laßt uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland.
    Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint,
    denn es muß uns doch gelingen, daß die Sonne schön wie nie
    über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

    Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland.
    Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand.
    Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.
    Laßt das Licht des Friedens scheinen, daß nie eine Mutter mehr
    ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.

    Laßt uns pflügen, laßt uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor,
    und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor.
    Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint,
    wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie
    über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

    “…daß nie eine Mutter mehr
    ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.” Scheint mir sehr wesentlich, und heißt übersetzt für die heutige Zeit: Nie wieder Krieg! Weder in Afghanistan noch sonstwo auf der Welt.
    Die Nationalhymne von Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)und Haydn (1732-1809)liebe ich ebenso, aber nicht uneingeschränkt.

    Übrigens, für mich war das, was ich in diesem Blog zu lesen bekam, nicht unerträglich, wie für Gisela L. Allerdings aber die Intolleranz gegenüber anderen Meinungen und das unkritische Nacherzählen offizieller Meldungen einiger Blogger/Innen.

  24. Oli

    Hallo Mario,

    kurz etwas zu der Alphabetisierungsrate. Ihre Quellen sind ja schön und gut (auch interessant!), aber hier wird etwas zu leichtfertig mit den Zahlen umgegangen. Wie Sie sicherlich wissen gibt es zu diesem Bereich verschieden Quellen und darüberhinaus verschiedene Bestandsaufnahmen.
    Die einen sprechen von “Adult literacy rate”, bei der alle Personen älter als 15 Jahre berücksichtigt werden (Unicef). Andere Studien veröffentlichen Zahlen der “Adult literacy rate”, bei der Personen zwischen 15 und 24 Jahren berücksichtigt werden, die eigentlich in die Rubrik “Youth literacy rate” gehören. Dann ist es wichtig zu wissen, wann denn diese Zahlen aufgenommen worden sind. In Ihrem aktuellen Beispiel, also dem Human Development Report UNDP, stammen diese aus dem Jahr 2003 (28.7 %) und 2005 (23,5%). Hier muss erwähnt werden, wie zu dieser Zeit
    der Wiederaufbau (ISAF und andere) überhaupt ausgesehen hat. Wann fanden überwiegend nur Kampfhandlungen statt, die vor dem eigentlichen Wiederaufbau für Sicherheit sorgen mussten? Wie groß war die Anzahl der ISAF-Truppen in Afghanistan? Wie hoch waren die Anstrengungen für den Wiederaufbau zu diesem Zeitpunkt? In welchen Provinzen waren PRTs im Einsatz und konnten ohne feindliche Einwirkung sich auf den zivilen Aufbau konzentrieren? In welchen Bereichen wurden Schulen immer und immer wieder abgebrannt, die Lehrer mit dem Tode bedroht, oder auch mal ein Schüler als Warnung am Strick aufgehängt, weil er ein Schulheft in der Hand hatte? In welchem Zeitraum wurden die ISAF-Kräfte verstärkt und wo und wann verlief die Aufbauhilfe erfolgreich? Das sind alles nette Kleinigkeiten, die man hier eben auch erörtern muss. Ein schlichtes Plakat “Die Alphabetisierungsrate ist gesunken” sieht zwar eindrucksvoll aus, aber hier fehlen die Details. Den höchsten Bildungsgrad finden Sie z.B. in der Provinz Wardak (57%), die niedrigste in Jawzjan (11%). Warum ist das so? Das gleiche spielt sich mit der “Lebenserwartung” der Afghanen ab. Auch hier stammen die Zahlen aus Ihrer Quelle von 2003 und 2005. In einem Report “Security and Stability in Afghanistan” von 2008 lese ich dagegen:

    “Since the fall of the Taliban in 2001, the health sector has seen significant progress in development, with reductions in morbidity (disease), and mortality (death). In 2001, 8 percent of the Afghan population had access to basic health care; today, 79 percent have access to basic health services. In 2001, Afghanistan was ranked the world’s worst in infant mortality; in 2007 Afghanistan’s infant mortality rates are falling due to the efforts of the Ministry of Public Health (MoPH) and its international partners. Since 2006, Afghanistan has reduced child mortality (five years and under) by 25 percent, saving 89,000 children in 2007. In 2006, 23,000 Afghans died from tuberculosis. In 2007, due to improved access to basic health care, only 12,000 Afghans died from this disease. Immunization coverage has reached 83 percent of children under one year of age and additional progress has been made in updating routine immunizations for older children, adolescents, and adults. Finally, recent data showed that 70 percent of health facilities have at least one female provider on staff, compared to 45 percent during the Taliban era.”

    Ich sage nicht, dass in Afghanistan alles super läuft. Aber vielleicht können Sie an meinem Beispiel (das auch das Jahr 2007 einbezieht und nicht nur bis 2005) etwas differenzierter an sie Sache rangehen.

    Plakate mit der Aufschrift “…zurückgehende Alphabetisierung” und “..hohe Kindersterblichkeit” halte ich für ziemlich arm und zeigt meiner Meinung nach nur, dass die Gegner dieses Einsatzes es

    a) nicht so genau nehmen was die Argumentation betrifft

    und

    b) auf BILD-Niveau mit wenig Buchstaben viele Bürger mobilisieren wollen, die eigentlich gar keine Ahnung haben.

    Etwas intensiver über die Erfolge oder Pannen der Wiederaufbauhilfe kann man wohl erst diskutieren, wenn in absehbarer Zeit mehrere Quellen uns mit frischen Zahlen aus Afghanistan beglücken. Mit alten Zahlen um uns werfen, das bringt nichts. Es ist unseriös.

  25. Gisela L.

    @ Mario
    @ Oli
    Liebe Herren,
    …..ich hoffe, sie sind sich bewusst, dass unsere Muttersprache ” deutsch ” ist. Nicht alle können geschliffenes ” englich “. Viele aeltere Menschen hatten/haben vielleicht keine Möglichkeiten, diese , - nun fast zur Weltsprache gewordene Verstaendigung , - zu erlernen. Und selbst die Sprachbegabten, die diese Sprache sprechen und verstehen, sind auch nicht immer faehig, zu politisieren. Die verstehen manchmal sogar Herrn Bush nicht, - nicht vom Inhalt her, (den versteht man sowieso nicht) sondern weil Texaner! Da hat man es bei Herrn Obama einfacher.
    Also, - bitte für alle total verstaendlich bleiben, –ja !!?? Danke.

    Gisela L.

  26. Köln stellt sich quer,versteht aber nur die Hälfte des Problems « Raumzeit

    [...] Köln waren heute um die 40 000 Leute unterwegs, in Berlin ist die Friedensbewegung mit 2500 (Link) angetreten (Link) und in Hamburg kamen 100 zur Kundgebung zum Hungerstreik im Iran [...]

  27. Oh Gisela… | Das rote Blog

    [...] racethebreeze habe ich einen Artikel bei trollversammlung.de gefunden. Ich will gar nichts zu dem Artikel selber sagen, nur eine Kommentatorin rausgreifen, die [...]

  28. peter s.

    leider sind die meisten kommentare so von unwissenheit und einer unglaublichen propagandistischen einfalt geprägt, das man wieder einmal am deutschen volk verzweifeln kann.

    selbst generäle schätzen die situation in afghanistan jetzt anders ein:

    http://www.morgenpost.de/politik/article903132/Britischer_General_gibt_Afghanistan_verloren.html

    deshalb sollten unsere deutschen soldaten sofort dieses land verlassen.

    diese friedensmission der bw in diesem fremden lande brachte nicht mehr demokratie, sondern der mohnanbau wurde von jahr zu jahr erfolgreich gesteigert. (drogenanbau)

    die bösen taliban wurden übrigens von unseren freunden (USA) ausgebildet und mit waffen versorgt. ein riesegeschäft für die rüstungsindustrie.

    bürger westberlins

  29. Boris Barschow

    sehr geehrter peter s.,

    vielen dank für ihren freundlichen kommentar. ich bitte auch sie, mit angemessender achtung über meinungen oder respekt anderer leser zu schreiben. was sie dort ansprechen, haben wir bereits durchdiskutiert. hier geht es nicht darum, jemanden unwissenheit zu unterstellen oder propaganda - vielmehr tauschen wir uns hier aus. und im übrigen kenne ich schon etwas länger hohe offiziere, die aus militärischer sicht an der mission in afg zweifeln. diese kritische sicht der dinge hat aber eher etwas mit der grundstruktur dieses einsatzen zu tun, die allen isaf-nationen von ihren politikern vorgegeben wurden. manch ein militär würde gerne mehr tun, darf es aber nicht. ist das nicht eher ein ansatz für eine kritik? und es geht uns hier nicht NUR um unsere soldaten, nämlich auch um die MENSCHEN in afg, für deren unterstützung wir alle angetreten sind. sollen alle isaf nationen nun einfach abhauen???? verstehen sie diesen post nicht als grundsätzliche kritik an ihrem, sondern eher als eine erhellung für das, worum es uns hier geht…

    …in diesem sinne, viele grüße
    boris barschow

Einen Kommentar schreiben: